Branche
GEO für Steuerberater
Mandanten fragen KI-Systeme heute Dinge, die sie früher in der Erstberatung gefragt hätten. Wer dabei als Kanzlei genannt wird, gewinnt das Mandat, bevor ein Erstgespräch überhaupt stattfindet. Diese Seite zeigt, wie diese Auswahl entsteht.
Die Fragen, um die es geht
Steuerberatung wird nicht über Keywords gesucht, sondern über Probleme. Typische Fragen aus unseren Messungen:
- „Welcher Steuerberater in [Stadt] ist auf Ärzte spezialisiert?“
- „Ich gründe eine GmbH – welcher Steuerberater in [Stadt] betreut Gründer?“
- „Mein Steuerberater ist zu langsam – wie wechsle ich, und an wen?“
- „Wer hilft mir bei einer Betriebsprüfung in [Stadt]?“
- „Welche Kanzlei kennt sich mit Kryptowährungen und Steuern aus?“
Auffällig ist, wie oft eine Spezialisierung mitgefragt wird. Genau darin liegt die Chance: Die allgemeine Frage „Steuerberater in Berlin“ ist kaum zu gewinnen, die spezialisierte fast immer.
Wer heute in den Antworten genannt wird
In den Messungen zeigt sich ein stabiles Muster:
- Portale und Verzeichnisse – Steuerberaterkammern, Vermittlungsplattformen und Bewertungsportale, weil sie in nahezu jeder Quelle vorkommen.
- Große überregionale Gesellschaften – mit hoher Medienpräsenz und einheitlichen Daten über viele Standorte.
- Einzelne Kanzleien mit erkennbarem Schwerpunkt – und zwar fast ausschließlich solche, die zu ihrem Schwerpunkt öffentlich publizieren.
Was Steuerkanzleien konkret tun können
Schwerpunkt öffentlich beantworten
Nicht die Leistungsliste, sondern der Fall. Wer Heilberufe betreut, braucht Inhalte zu Praxisübernahme, Umsatzsteuerbefreiung und Investitionsabzugsbetrag – in einer Tiefe, die ein Ratgeberportal nicht liefert. Solche Absätze sind zitierfähig, eine Leistungsübersicht ist es nicht.
Kanzleidaten vereinheitlichen
Kanzleiname, Rechtsform, Standort, Partner und Kammerzugehörigkeit müssen überall identisch sein – Website, Impressum, Kammerverzeichnis, Branchenportale. Bei Kanzleien mit Namensänderungen oder Zusammenschlüssen ist das erfahrungsgemäß der größte Sanierungsfall.
Personen sichtbar machen
Sprachmodelle bevorzugen Inhalte mit erkennbarem Verfasser. Ein Fachbeitrag von „der Kanzlei“ wiegt weniger als einer von einer benannten Person mit Qualifikation – Fachberater-Titel, Lehraufträge und Fachpublikationen sind hier echte Belege.
Aktualität mit Datum
Steuerrecht ändert sich jährlich. Inhalte ohne Jahresangabe werden von KI-Systemen zurückhaltend behandelt, weil die Gültigkeit unklar ist. Ein sichtbares Stand-Datum ist kein Detail, sondern ein Qualitätssignal.
Was das Berufsrecht erlaubt
Werbung ist Steuerberatern erlaubt, solange sie sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichtet und nicht reißerisch ist (§ 57a StBerG). Genau das trifft auf GEO zu: Es geht nicht um Anpreisung, sondern darum, dass fachlich korrekte Informationen über Ihre Tätigkeit auffindbar sind. Wir arbeiten ausschließlich mit sachlichen Angaben und ohne Erfolgsversprechen – auch deshalb, weil reisserische Formulierungen in KI-Systemen ohnehin schlechter funktionieren als präzise.
Messung statt Bauchgefühl
Jedes Projekt beginnt mit einer dokumentierten Ausgangsmessung: 10 bis 20 Fragen aus Ihrem Fachgebiet, an alle Systeme gestellt, Antworten im Wortlaut. Sie sehen, wer stattdessen empfohlen wird. Nach 30, 60 und 90 Tagen stellen wir dieselben Fragen erneut – nicht neue, sondern dieselben. Nur so ist eine Veränderung überhaupt belegbar.
Häufige Fragen
Ist das mit dem Berufsrecht vereinbar?
Ja. Sachliche Information über die eigene Tätigkeit ist ausdrücklich zulässig. Wir formulieren keine Erfolgsversprechen und keine vergleichende Werbung. Im Zweifel stimmen wir Formulierungen mit Ihrer Kammer ab.
Wir bekommen genug Mandate über Empfehlungen.
Das ist heute der Normalfall – und genau deshalb lohnt sich der Blick nach vorn. Die Generation, die jetzt gründet, fragt zuerst eine KI. Wer dort nicht vorkommt, merkt es erst, wenn der Empfehlungsstrom versiegt.
Wie viel Aufwand ist das für uns?
Den größten Teil übernehmen wir. Was wir von Ihnen brauchen, ist fachliche Prüfung – rund zwei bis drei Stunden im Monat. Fachlich falsche Inhalte wären das Gegenteil dessen, was wir erreichen wollen.
Lohnt sich das für eine kleine Kanzlei?
Gerade dann, wenn ein Schwerpunkt vorhanden ist. Bei spezialisierten Fragen nennen KI-Systeme oft nur zwei bis drei Namen – dort ist der Wettbewerb deutlich kleiner als bei Google.
Fachlich verantwortlich: Malte Schätzel · zuletzt geprüft am 16. September 2026