Vorgehen
GEO Strategie – in welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten
Die meisten Projekte scheitern nicht an fehlenden Maßnahmen, sondern an der Reihenfolge: Es werden Inhalte produziert, bevor gemessen wurde, und es wird gemessen, bevor die Crawler überhaupt hereinkommen. Diese Seite beschreibt die Abfolge, die sich bei uns bewährt hat.
Schritt 1: Messen, bevor irgendetwas verändert wird
Ohne Ausgangswert ist später nicht feststellbar, ob etwas gewirkt hat. Legen Sie 10 bis 20 Fragen fest, die Ihre Kunden tatsächlich stellen würden – in deren Worten, nicht in Ihren Fachbegriffen – und stellen Sie sie allen Systemen. Dokumentieren Sie nicht nur, ob Sie genannt werden, sondern auch wer stattdessen genannt wird und warum. Diese Wettbewerbsliste ist oft die wertvollste Erkenntnis des ganzen Projekts.
Schritt 2: Technische Erreichbarkeit herstellen
Erst danach lohnt sich alles Weitere. Zu prüfen sind: Zulassung der KI-Crawler in der robots.txt, Erreichbarkeit der Inhalte ohne JavaScript, Indexierbarkeit, Ladezeit und strukturierte Daten. Das ist die einzige Phase mit schnellen Effekten – sie dauert typischerweise Tage, nicht Monate, und wirkt innerhalb weniger Wochen.
Schritt 3: Identität vereinheitlichen
Bevor neue Inhalte entstehen, muss klar sein, wer da spricht. Firmenname, Rechtsform, Adresse, Leistungen und verantwortliche Personen müssen überall identisch sein: Website, Impressum, strukturierte Daten, Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse, Kammereinträge. Widersprüchliche Angaben sind der Grund, warum ein System im Zweifel lieber jemand anderen nennt – und dieser Schritt kostet fast nichts außer Sorgfalt.
Schritt 4: Bestehende Inhalte umbauen, bevor neue entstehen
Die meisten Unternehmen haben bereits Inhalte – sie sind nur falsch aufgebaut. Typisch ist die Hinführung: erst Einleitung, dann Kontext, dann irgendwann die Antwort. Für Sprachmodelle ist das ungünstig, weil sie Abschnitte einzeln herausgreifen. Der Umbau folgt einer einfachen Regel: Antwort zuerst, Begründung danach. Das ist billiger und wirkt schneller als neue Texte.
Schritt 5: Lücken schließen – gezielt
Jetzt erst entstehen neue Inhalte, und zwar entlang der Fragen aus Schritt 1, die heute nicht beantwortet werden. Nicht nach Menge, sondern nach Lücke. Zehn Seiten, die je eine echte Kundenfrage vollständig beantworten, wirken mehr als hundert allgemeine Ratgebertexte – und sie tragen kein Risiko, als Massenware eingestuft zu werden.
Schritt 6: Bestätigung von außen aufbauen
Der langsamste und wirksamste Teil. Fachbeiträge, Branchenverzeichnisse, Verbände, Bewertungen, Erwähnungen in Fachmedien: Alles, was Ihre Angaben unabhängig bestätigt. Weil es dauert, sollte es früh beginnen – parallel zu Schritt 4 und 5, nicht danach.
Schritt 7: Nachmessen – mit denselben Fragen
Nach 30, 60 und 90 Tagen dieselben Fragen, dieselbe Methodik. Nicht neue Fragen, nicht andere Systeme, keine neuen Kennzahlen. Nur so lässt sich eine Veränderung belegen statt behaupten. Wenn sich nichts bewegt hat, ist das ebenfalls ein Ergebnis – und ein Grund, die Annahmen zu prüfen statt einfach weiterzumachen.
Der typische Zeitverlauf
- Woche 1–2: Ausgangsmessung und technische Prüfung.
- Woche 3–6: Technik und Identität bereinigt – erste Effekte möglich.
- Monat 2–4: Bestandsumbau und erste neue Inhalte.
- Monat 4–7: Inhaltliche Tiefe und externe Bestätigung – hier entstehen die deutlichsten Veränderungen.
- Ab Monat 7: Pflege, Aktualisierung, weitere Themen.
Kann man Schritte überspringen?
Schritt 2 nie – ohne Erreichbarkeit ist alles Weitere wirkungslos. Schritt 1 wird oft übersprungen, und genau dann lässt sich hinterher nichts belegen.
Was, wenn wir schon Inhalte produziert haben?
Dann beginnen wir mit Messung und Bestandsumbau. Vorhandene Inhalte sind ein Vorteil – sie müssen meist nur anders strukturiert werden.
Wie viele Fragen sollten wir messen?
Zehn bis zwanzig. Weniger ist statistisch zu wackelig, mehr wird in der Auswertung unübersichtlich und teuer, weil jede Frage echte Abfragen an vier Systeme auslöst.
Was tun, wenn nach 90 Tagen nichts passiert ist?
Annahmen prüfen: Sind es die richtigen Fragen? Ist die Nische zu umkämpft? Fehlt externe Bestätigung? In den meisten Fällen liegt es an Punkt drei – das ist der Teil, den man nicht allein auf der eigenen Website erledigen kann.
Fachlich verantwortlich: Malte Schätzel · zuletzt geprüft am 16. September 2026